Konzept für die Gottesdienst-Durchführung unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes

Maßnahmen für öffentliche Gottesdienste

  1. Es sollen wieder Gottesdienste stattfinden. Hierfür sind die geltenden Bestimmungen für Versammlungen in geschlossenen Räumen maßgeblich.
  2. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, können den Gottesdienst gerne auch online verfolgen. Wer grippeähnliche Symptome aufweist, wird dringend gebeten zu Hause zu bleiben.
  3. Der Zugang zum Gottesdienst wird begrenzt. Die Zahl der Gottesdienstbesucher richtet sich nach den möglichen Sitzplätzen unter Wahrung der Abstandsregel von 1,5 m. Bis zu zwei Familien bzw. Personen aus maximal zwei Haushalten werden dabei nicht getrennt.
  4. Im Gebäude muss durchgehend ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Der Mund- und Nasenschutz darf auch nicht am Sitzplatz abgenommen werden
  5. Der gemeinsame Gesang wird mit Mund- und Nasenschutz durchgeführt werden
  6. Des Weiteren ist es auch immer noch wichtig, den Mindestabstand von 1,5m einzuhalten. Händeschütteln und Umarmungen sind weiterhin NICHT erlaubt.
  7. (entfallen)
  8. Der Zugang und die Wahrung der Abstände zueinander werden durch Ordner geregelt.
  9. Im Zutrittsbereich werden die geltenden Hygiene- und Verhaltensregeln gut sichtbar über Aushänge bekannt gemacht und es werden Desinfektionsmittelspender aufgestellt.
  10. Der Aufenthalt im Foyer und auf dem Parkplatz ist kurz zu halten.
  11. Es werden keine Gegenstände wie z.B. Kollekten-Körbe herumgereicht. Die Eingangstüren werden vor und nach dem Gottesdienst offengehalten.
  12. Alle Räumlichkeiten werden regelmäßig gründlich gereinigt. Für eine ausreichende Belüftung wird gesorgt.

Letzte Anpassung: 19. Oktober 2020

Verlauf

19. Oktober 2020:
– Punkt 4 Mund- und Nasenschutz muss im Gebäude durchgehend getragen werden.
– Punkt 7 Aufteilung der Gemeinde in Gruppen für unterschiedliche Gottesdienst-Zeiten entfällt

29. Mai 2020:
Erstes Konzept

Gottesdienste per Livestream und vor Ort

Guten Morgen liebe Gemeinde,

aufgrund der etwas gelockerten Situation zur Corona-Pandemie haben wir ein Konzept für die Gottesdienstbesuche erarbeitet. Hier möchten wir euch darüber informieren, wie die nächsten Gottesdienste ablaufen werden.

Mittwochs und Sonntags wird es – wie in den letzten Wochen – möglich sein, die Gottesdienste im Livestream zu verfolgen. So möchten wir Menschen, die krank sind oder zur Risikogruppe gehören, die Möglichkeit gegeben, den Gottesdienst von zu Hause mit zu verfolgen.

Mit Einschränkungen und unter Einhaltung unseres Sicherheitskonzeptes wird es ab heute auch möglich sein, den Gottesdienst vor Ort zu besuchen. Zur Wahrung des Mindestabstandes wurden die Sitzbänke auseinander gestellt und eine Übertragung in den Speisesaal ermöglicht.

Wir bitten alle geordnet ins Gemeindehaus zu kommen und den Anweisungen der Ordnern Folge zu leisten. Alle Angehörigen eines Hausstandes sollten bitte zusammen auf einer Sitzreihe Platz nehmen, damit der Platz für die Anderen reicht.

Wir freuen uns, dass wir uns alle wieder persönlich sehen können, möchten aber darauf hinweisen, dass in der Öffentlichkeit immer noch das Kontaktverbot besteht und wir dies auch befolgen sollen. Dies gilt auch auf dem Parkplatz; hier bitte keine langen Aufenthalte.

Wir wünschen euch Gottes Segen für diesen Tag!

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!

Hebräer 13, 8

Standhaftes Ausharren

…mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden, …

Kolosser 1, 11

Wir möchten heute um standhaftes Ausharren für uns bitten!

Wer kennt es nicht, wenn Kinder am liebsten alles sofort haben möchten. “Ich will jetzt etwas Süßes!” Eine sehr bekannte Frage der Kinder ist: “Sind wir bald da?”. Oder wenn ein Geburtstagskind fragt: “Kann ich jetzt mein Geschenk aufmachen?”

Wann hast du das letzte Mal so etwas gesagt? Vielleicht: “Wann ist diese Corona-Zeit wieder vorbei?” oder “Wann kann ich wieder in die Gemeinde?”

Wenn wir älter werden, lernen wir zu warten. Auf den Studienplatz, werdende Eltern auf das Baby oder Arbeiter auf die Rente. Wir warten auf Dinge, auf die es sich zu warten lohnt und dabei lernen wir Geduld oder Ausharren.

Diese Ausdrücke, Ausharren und Langmut, beschreiben mehr das, was wir sind, als das, was wir tun.

Was ist der Unterschied zwischen Ausharren und Langmut?

  • Ausharren hat mehr mit den Umständen zu tun,
  • Langmut mehr mit unseren Mitmenschen und Geschwistern.

Christus war uns hierin ein Vorbild. ER hatte alles durchlebt. Er wurde immer wieder angegriffen und war trotzdem langmütig.

Ich muss mich fragen: „Wie reagiere ich, wenn andere mich verärgern?“ Zeige ich Demut, Sanftmut und Langmut? (Kol. 3,12). Oder Ungeduld und Entrüstung?

Kann ich über Ärgernisse hinwegsehen? Siebzig Mal siebenmal vergeben? Menschliche Schwächen und Fehler ertragen? Barmherzig und freundlich sein gegenüber denen, die mich reizen? In diesem Sinne die Herrschaft über mich behalten — das ist allein Gottes Werk, das ist allein seine Kraft, die in uns wirkt.

Wenn wir auf Jesu Weg auf der Erde sehen, werden wir das erkennen, was es nicht einmal im Himmel gibt: einen vollkommenen Weg inmitten von Bösem. Dies ist das vollkommene Vorbild für den Weg des Gläubigen.

Paulus bittet hier in dem Brief an die Kolosser, das Gott dies durch seine Macht und Herrlichkeit in den Gläubigen der Gemeinde wirkt. Von sich aus können sie es nicht. Alle göttliche Kraft ist uns seiner Herrlichkeit gemäß gegeben, um geduldig zu sein und um auszuharren.

Wenn das Schicksal zuschlägt, sei es jetzt durch die Corona Krise oder das manche jetzt in Kurzarbeit sind oder sonst Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben, die uns bedrücken, wollen wir gern, dass Gott sofort alles zum Guten wendet. Er aber schenkt uns den Glauben, durchzuhalten und zu wachsen. „Wir wissen, dass Bedrängnis Ausharren bringt“ (Römer 5,3). Deshalb können wir einander Mut machen, auch in schweren Zeiten auf Gott zu vertrauen.

Wie gut zu wissen, dass unser Vater Geduld mit uns hat, dass er da ist und uns liebt.

Wir sollten so wie der Psalmschreiber ausrufen in Psalm 130, 5:

Ich harre auf den HERRN, meine Seele harrt, und ich hoffe auf sein Wort.

Wie reagierst du normalerweise bei Problemen? Wie kannst du jemanden ermutigen, der es gerade schwer hat?

Himmlischer Vater, ich brauche deine Hilfe, um weiterzumachen, auch wenn es mir schwerfällt.

Joseph Thiessen

Eine Perspektive für die Ewigkeit

indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens

Hebräer 12, 2a


Das 12. Kapitel im Hebräerbrief ist ein in vielerlei Hinsicht herausragendes Kapitel. Mit einem besonderen Fingerspitzengefühl ermutigt und ermahnt der Schreiber dieses Briefes seine Leser unter Verwendung ein- und desselben Werkzeuges. Nur handelt es sich bei diesem Werkzeug nicht etwa um ein handwerkliches Arbeitsmittel oder irgendeine Maschine. Nein, das Werkzeug dessen der Schreiber sich hier bedient ist vielmehr eine Perspektive die er seinen Lesern eröffnet, ja eine Blickrichtung die er gibt. Und so konzentriert sich der Schreiber im ersten Teil von Kapitel 12 zunächst darauf, seine Leser tiefgreifend zu ermutigen indem er ihren Blick auf Jesus Christus richtet. Im zweiten Teil von Kapitel 12 geht der Schreiber des Briefes zu Ermahnungen im Glaubensleben über. Er ermahnt indem er erneut die Blickrichtung auf Jesus Christus lenkt. Nun ist unser Monatsvers in den Teil des Kapitels eingebettet, indem wir von Herzen ermutigt werden auf Jesus zu schauen und den Mut in der Nachfolge nicht zu verlieren. Was bedeutet es auf Jesus Christus zu schauen? Wie kann ich mir das vorstellen? Wie soll ich durch einen Blick auf Jesus Christus ermutigt werden und dadurch eine Perspektive für mein weiteres Leben, respektive die Ewigkeit erhalten? Dieser Frage möchten wir im Laufe der Predigt ausgiebig nachgehen.

Ein Blick auf den Urheber – Vers 2a

Wir lesen zu Beginn von Vers 2 die Ermutigung durch den Schreiber, unseren Blick auf Jesus Christus als den Anfänger und Vollender des Glaubens zu richten. Warum sollen wir das tun? Wie kommt der Schreiber des Briefes auf diese Thematik?

Nun, vom Zusammenhang her werden wir schon in Vers 1 dazu ermutigt unser Leben dem Herrn Jesus voll und ganz zu weihen. Die Sünde, die hier wie eine Last für Kinder Gottes beschrieben wird, soll wie ein schwerer und unnötiger Rucksack abgelegt werden, um anschließend den Kampf im Glaubensleben wieder aufzunehmen und diesen mit Ausdauer fortzuführen.

Leichter gesagt als getan. Denn wenn hier die Blickrichtung nicht stimmt, ist es nahezu unmöglich, diesen Rucksack der Sünde abzulegen, geschweige denn mit Ausdauer im Kampf des Glaubens zu kämpfen und nicht zu ermüden. So werden wir hier vom Schreiber in eine tiefe Wahrheit der Heiligen Schrift hineingeführt. Anstrengung allein reicht nicht aus. Gute Vorsätze, Disziplin und Organisation sind wichtige Instrumente, reichen aber nicht aus, um diesen Kampf mit Ausdauer weiterzukämpfen.

Es geht um etwas gänzlich anderes. Es geht darum, jemanden im Blick zu haben. Anders gesagt, seinen Blick auf jemanden fest fixiert zu haben oder auch jemanden zum Fokus oder Zentrum seines Blickes zu machen. Bedeutet das etwa nun stundenlang ein Kreuz anzuschauen, das irgendwo an der Wand hängt oder unter einem Baum aufgestellt ist? Nein. Mit dem Blick auf Jesus meint der Schreiber zunächst einmal unsere Gedankenwelt, sowie die Einstellung, mit der wir über verschiedene Situationen und Angelegenheiten denken. Anders ausgedrückt, unsere Herangehensweise über viele Dinge nachzudenken oder auch die Perspektive, aus der wir auf viele Situationen in unserem Leben schauen.

Speziell werden wir hier in einem ersten Ansatz dazu ermutigt, unseren Blick auf Jesus als den Anfänger des Glaubens zu richten. Sich die Ermutigung teil werden zu lassen, die hier in Vers 2 enthalten ist, hat damit zu tun, sich mit der Person Jesu intensiv in seinen Gedanken auseinanderzusetzen. Interessant ist, dass Jesus Christus hier als Anfänger des Glaubens bezeichnet wird. Gerne kann man hier für das Wort Anfänger auch Begründer oder Urheber einsetzen. Jesus Christus ist also der Urheber, ja der Begründer des Glaubens, er hat ihn ins Leben gerufen.

Wenn man sich diesen Begriff „Anfänger“ vom griechischen Urtext ansieht, kann dieser auch mit den Worten Pionier, Anführer oder auch Vorreiter übersetzt werden. Genau das ist unser Herr Jesus Christus, er ist unser Vorreiter, Wegbereiter, ja der Pionier des Glaubens schlechthin. Jesus Christus, der Sohn Gottes, geht nicht hin und schwatzt uns in der Bibel irgendetwas auf, was wir doch mal ausprobieren möchten. Nein, den Weg, den er uns ermutigt zu gehen bzw. zu beschreiten, den ist er vorher selber gegangen; als Pionier und als Wegbereiter. Wir sollen ihm auf diesem Weg folgen.

Genau genommen ist es sein Weg, den er uns schon längst vorausgegangen ist und den er in- und auswendig kennt. Auf genau diesem Weg sollen wir ihm nachfolgen.

Interessant ist, dass wir in der Bibel an vielen Stellen lesen, wie Gott etwas beginnt. Zum Beispiel lesen wir von der Schöpfung dieser Welt und speziell der Erschaffung des Menschen direkt im ersten Buch der Bibel. Gott setzt der Menschheit hier einen Anfang. Wenig später lesen wir von der Entstehung des Volkes Israel. Hier setzt Gott seinem auserwählten Volk einen Anfang. Oder wir lesen von der Geburt Jesu Christi. Hier setzt Gott einen bis ins kleinste Detail perfekt ausgearbeiteten Plan um und gibt dem irdischen Dasein Jesu einen Anfang. Eines haben alle diese Beispiele gemeinsam. Wenn Gott einen Anfang setzt in welcher Sache auch immer, wenn er einer Sache Geburt schenkt, dann steht ein perfekter Plan mit einem Ziel und einer Absicht dahinter.

Wie kann ich heute ermutigt sein meinen Blick auf Jesus zu lenken? Wie sieht das praktisch aus? Nun, wie bereits vorhin angemerkt, hat es damit zu tun sich mit der Person Jesu intensiv auseinander zu setzen. Somit sollen wir in einem ersten Punkt ermutigt werden, an Jesus Christus zu glauben, an seinen perfekt ausgearbeiteten Plan über unser Leben, an seine perfekte Regie über unser Leben und an seine souveräne Führung und Leitung. Wir lesen in Psalm 139, 13-16 folgendes:

Denn du hast meine Nieren gebildet; du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl! Mein Gebein war nicht verhüllt vor dir, als ich im Verborgenen gemacht wurde, kunstvoll gewirkt tief unten auf Erden. Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.

Lieber Bruder, liebe Schwester, weißt du das Jesus dich gewollt hat? Das, was du bist, deine Geburt als Mensch, deine gesamte Existenz. Zudem hat er auch deine geistliche Geburt gewollt, deine Bekehrung und Wiedergeburt, insofern du ein Kind Gottes bist.

In einem Lied heißt es: „Du bist kein Produkt des Zufalls, keine Laune der Natur.“ Jesus hat dein Leben gewollt mit allem was du bist. Und weil er deinem Leben einen Anfang gegeben hat, hat er auch einen Plan für dein Leben. Denn immer da, wo Gott selbst oder durch seinen Sohn Jesus Christus etwas beginnt, da hat er einen perfekten Plan. Er hat ein Ziel und es steht eine Absicht dahinter.

Das ist erst der Anfang, wenn wir anhand dieser Bibelstelle über Ermutigung sprechen. Wir gehen nun ein Stück weiter in Vers 2.

Ein Blick auf den Vollender – V. 2b

Der Schreiber des Hebräerbriefes schreitet fort zur nächsten Station der Ermutigung. Hier im nächsten Abschnitt von Vers 2 werden wir dazu ermutigt, auf Jesus als den Vollender des Glaubens zu schauen. Wir werden dazu ermutigt, auf einen Jesus zu schauen, der nicht nur Sachen motiviert in die Hand nimmt, sondern der diese Sachen auch zu einem Ende führt bzw. zu Ende bringt. Das ist Jesus Christus. Wenn er eine Sache beginnt, dann vollendet er sie auch. Er verliert nicht mittendrin die Lust. Er gibt nicht mittendrin auf und wirft nicht einfach vor lauter Frust das Steuer aus der Hand, weil ihm etwas nicht gelingt.

Wir Menschen sind da ganz anders. Wir beginnen manche Dinge, verlieren mittendrin den Mut, die Lust oder die Motivation und werfen sprichwörtlich das Handtuch. Das ist in unserer heutigen Zeit eine Krankheit der Gesellschaft. Bei den kleinsten Anzeichen von Widerstand oder Schwierigkeiten ist man überfordert und wirft das Handtuch.

In dieser Gefahr standen auch die Adressaten des Hebräerbriefes, also diejenigen an die dieser Brief gerichtet war. Sie standen in der Gefahr aufzugeben, den Mut zu verlieren und das Handtuch zu werfen vor dem Hintergrund, der inneren Anfechtungen und äußeren Schwierigkeiten.

Jetzt geht der Schreiber des Briefes hin und versucht seine Leser wieder in die Spur zu bringen, aus der sie scheinbar entgleist waren bzw. in der Gefahr standen zu entgleisen. Lieber Hebräer, ich kann mir durchaus vorstellen wie euch zumute ist und dass euch danach ist einfach aufzugeben und nicht mehr zu kämpfen. Lasst uns doch gemeinsam auf Jesus Christus schauen, der nie aufgegeben hat.

Wie lenkt der Schreiber hier die Blicke seiner Leser auf Jesus Christus? Er bewegt sie dazu, sich in ihrer Gedankenwelt mit der Person Jesu auseinanderzusetzen, zu überlegen, wie Jesus gelebt und gehandelt hat. Dabei fallen einige interessante Dinge auf.

Zum einen: Auch wenn Jesus Christus eine Zeit lang als Mensch auf der Erde war, ist er doch seines Ursprungs her ewiger Natur. Jesus als Gott der Sohn hat keinen Anfang und kein Ende seinem Wesen nach. Dagegen hat alles was er tut, einen Anfang und nimmt auch ein Ende. Alles, was er beginnt, das führt er auch zu einem Abschluss. Das ist sein Wesen, sein Charakter. Keine halben unfertigen Sachen, alles wird be- und vollendet. An diesen Wesenszug Jesu sollten sich die Leser des Hebräerbriefes erinnern und für das eigene Leben neuen Mut fassen.

Was wäre, wenn Jesus im Garten Gethsemane aufgegeben hätte? Oder bei seinem Verhör vor dem hohen Rat bzw. Pilatus das Handtuch geworfen hätte? Weil es einen Anfang im irdischen Leben Jesu gab, gab es konkrete Pläne und Absichten von Gott dem Vater. Es gab ein klares Ziel, nämlich die Errettung der Menschen. Es gab keine halben Sachen bzw. keine angefangenen und nicht zu Ende gebrachten Sachen. Zu welcher praktischen Anwendung mag uns diese Tatsache führen?

Liebe Geschwister, lasst uns keine halben Sachen in unserem Leben machen. Hast du etwa eine Ausbildung begonnen oder ein Studium? Dann wirf nicht das Handtuch bei den ersten Anzeichen von Schwierigkeiten. Hast du in der Gemeinde einen Dienst übernommen, vielleicht sogar Verantwortung über andere Geschwister? Dann gib nicht auf, wenn du das erste Mal Kritik erhältst oder es nicht allen recht machen kannst.

Lasst uns gemeinsam auf Jesus schauen, indem wir uns erinnern, wie er sein Leben gelebt hat. Bei einem Blick auf sein Leben sollen wir keinesfalls unter Druck geraten, indem wir nun meinen, dringend besser werden zu müssen. Das werden wir aus eigener Kraft nicht schaffen.

Stattdessen dürfen wir uns an einer Sache erfreuen. Jesus ist der Herr unseres Lebens. Er hat uns den Anfang gegeben und wird uns auch bis zum Ende durch tragen. Seine Kraft und Gnade, das ist es worauf wir vertrauen sollen. Denn eines verrät uns die Bibel noch über seinen Charakter. Eben weil er Dinge, die er beginnt, auch vollendet, hat er die volle Macht, Autorität und Regie unseres Lebens. Niemand wird sich ihm in den Weg stellen. Er allein bestimmt über unser Leben. Was er mit uns begonnen hat, indem er uns das Leben gab, wird er auch vollenden.

Zum Abschluss dieses zweiten Punktes sollen wir ebenfalls dazu ermutigt werden, uns nicht immer aus allen schwierigen Situationen raus zu beten. Im Gegenteil: Wir sollen vielmehr auf die perfekte und souveräne Führung Jesu vertrauen. Denn indem wir auf den Anfänger und Vollender des Glaubens schauen, werden wir ermutigt Jesus nachzufolgen und unser Glaube wird geformt. Indem wir vollkommen auf seine Führung vertrauen, werden wir brauchbar im Reiche Gottes und wandeln als Diener zu seiner Ehre.

Jakob Schwab