Konzept für die Gottesdienst-Durchführung unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes

Maßnahmen für öffentliche Gottesdienste

  1. Es sollen wieder Gottesdienste stattfinden. Hierfür sind die geltenden Bestimmungen für Versammlungen in geschlossenen Räumen maßgeblich.
  2. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, können den Gottesdienst gerne auch online verfolgen. Wer grippeähnliche Symptome aufweist, wird dringend gebeten zu Hause zu bleiben.
  3. Der Zugang zum Gottesdienst wird begrenzt. Die Zahl der Gottesdienstbesucher richtet sich nach den möglichen Sitzplätzen unter Wahrung der Abstandsregel von 1,5 m. Bis zu zwei Familien bzw. Personen aus maximal zwei Haushalten werden dabei nicht getrennt.
  4. Im Gebäude muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden, bis man an seinem Platz angekommen ist. Dies gilt auch beim Verlassen des Gebäudes. Der Mund- und Nasenschutz darf nur am Sitzplatz abgenommen werden
  5. Der gemeinsame Gesang wird mit Mund- und Nasenschutz durchgeführt werden
  6. Des Weiteren ist es auch immer noch wichtig, den Mindestabstand von 1,5m einzuhalten. Händeschütteln und Umarmungen sind weiterhin NICHT erlaubt.
  7. Die Gemeinde wird in Gruppen aufgeteilt, die zu unterschiedlichen Zeiten zum Gottesdienst kommen können.
  8. Der Zugang und die Wahrung der Abstände zueinander werden durch Ordner geregelt.
  9. Im Zutrittsbereich werden die geltenden Hygiene- und Verhaltensregeln gut sichtbar über Aushänge bekannt gemacht und es werden Desinfektionsmittelspender aufgestellt.
  10. Der Aufenthalt im Foyer und auf dem Parkplatz ist kurz zu halten.
  11. Es werden keine Gegenstände wie z.B. Kollekten-Körbe herumgereicht. Die Eingangstüren werden vor und nach dem Gottesdienst offengehalten.
  12. Alle Räumlichkeiten werden regelmäßig gründlich gereinigt. Für eine ausreichende Belüftung wird gesorgt.

Letzte Überarbeitung: 29. Mai 2020

Gottesdienste per Livestream und vor Ort

Guten Morgen liebe Gemeinde,

aufgrund der etwas gelockerten Situation zur Corona-Pandemie haben wir ein Konzept für die Gottesdienstbesuche erarbeitet. Hier möchten wir euch darüber informieren, wie die nächsten Gottesdienste ablaufen werden.

Mittwochs und Sonntags wird es – wie in den letzten Wochen – möglich sein, die Gottesdienste im Livestream zu verfolgen. So möchten wir Menschen, die krank sind oder zur Risikogruppe gehören, die Möglichkeit gegeben, den Gottesdienst von zu Hause mit zu verfolgen.

Mit Einschränkungen und unter Einhaltung unseres Sicherheitskonzeptes wird es ab heute auch möglich sein, den Gottesdienst vor Ort zu besuchen. Zur Wahrung des Mindestabstandes wurden die Sitzbänke auseinander gestellt und eine Übertragung in den Speisesaal ermöglicht.

Wir bitten alle geordnet ins Gemeindehaus zu kommen und den Anweisungen der Ordnern Folge zu leisten. Alle Angehörigen eines Hausstandes sollten bitte zusammen auf einer Sitzreihe Platz nehmen, damit der Platz für die Anderen reicht.

Wir freuen uns, dass wir uns alle wieder persönlich sehen können, möchten aber darauf hinweisen, dass in der Öffentlichkeit immer noch das Kontaktverbot besteht und wir dies auch befolgen sollen. Dies gilt auch auf dem Parkplatz; hier bitte keine langen Aufenthalte.

Wir wünschen euch Gottes Segen für diesen Tag!

Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!

Hebräer 13, 8

Standhaftes Ausharren

…mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden, …

Kolosser 1, 11

Wir möchten heute um standhaftes Ausharren für uns bitten!

Wer kennt es nicht, wenn Kinder am liebsten alles sofort haben möchten. “Ich will jetzt etwas Süßes!” Eine sehr bekannte Frage der Kinder ist: “Sind wir bald da?”. Oder wenn ein Geburtstagskind fragt: “Kann ich jetzt mein Geschenk aufmachen?”

Wann hast du das letzte Mal so etwas gesagt? Vielleicht: “Wann ist diese Corona-Zeit wieder vorbei?” oder “Wann kann ich wieder in die Gemeinde?”

Wenn wir älter werden, lernen wir zu warten. Auf den Studienplatz, werdende Eltern auf das Baby oder Arbeiter auf die Rente. Wir warten auf Dinge, auf die es sich zu warten lohnt und dabei lernen wir Geduld oder Ausharren.

Diese Ausdrücke, Ausharren und Langmut, beschreiben mehr das, was wir sind, als das, was wir tun.

Was ist der Unterschied zwischen Ausharren und Langmut?

  • Ausharren hat mehr mit den Umständen zu tun,
  • Langmut mehr mit unseren Mitmenschen und Geschwistern.

Christus war uns hierin ein Vorbild. ER hatte alles durchlebt. Er wurde immer wieder angegriffen und war trotzdem langmütig.

Ich muss mich fragen: „Wie reagiere ich, wenn andere mich verärgern?“ Zeige ich Demut, Sanftmut und Langmut? (Kol. 3,12). Oder Ungeduld und Entrüstung?

Kann ich über Ärgernisse hinwegsehen? Siebzig Mal siebenmal vergeben? Menschliche Schwächen und Fehler ertragen? Barmherzig und freundlich sein gegenüber denen, die mich reizen? In diesem Sinne die Herrschaft über mich behalten — das ist allein Gottes Werk, das ist allein seine Kraft, die in uns wirkt.

Wenn wir auf Jesu Weg auf der Erde sehen, werden wir das erkennen, was es nicht einmal im Himmel gibt: einen vollkommenen Weg inmitten von Bösem. Dies ist das vollkommene Vorbild für den Weg des Gläubigen.

Paulus bittet hier in dem Brief an die Kolosser, das Gott dies durch seine Macht und Herrlichkeit in den Gläubigen der Gemeinde wirkt. Von sich aus können sie es nicht. Alle göttliche Kraft ist uns seiner Herrlichkeit gemäß gegeben, um geduldig zu sein und um auszuharren.

Wenn das Schicksal zuschlägt, sei es jetzt durch die Corona Krise oder das manche jetzt in Kurzarbeit sind oder sonst Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben, die uns bedrücken, wollen wir gern, dass Gott sofort alles zum Guten wendet. Er aber schenkt uns den Glauben, durchzuhalten und zu wachsen. „Wir wissen, dass Bedrängnis Ausharren bringt“ (Römer 5,3). Deshalb können wir einander Mut machen, auch in schweren Zeiten auf Gott zu vertrauen.

Wie gut zu wissen, dass unser Vater Geduld mit uns hat, dass er da ist und uns liebt.

Wir sollten so wie der Psalmschreiber ausrufen in Psalm 130, 5:

Ich harre auf den HERRN, meine Seele harrt, und ich hoffe auf sein Wort.

Wie reagierst du normalerweise bei Problemen? Wie kannst du jemanden ermutigen, der es gerade schwer hat?

Himmlischer Vater, ich brauche deine Hilfe, um weiterzumachen, auch wenn es mir schwerfällt.

Joseph Thiessen

Eine Perspektive für die Ewigkeit

indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens

Hebräer 12, 2a


Das 12. Kapitel im Hebräerbrief ist ein in vielerlei Hinsicht herausragendes Kapitel. Mit einem besonderen Fingerspitzengefühl ermutigt und ermahnt der Schreiber dieses Briefes seine Leser unter Verwendung ein- und desselben Werkzeuges. Nur handelt es sich bei diesem Werkzeug nicht etwa um ein handwerkliches Arbeitsmittel oder irgendeine Maschine. Nein, das Werkzeug dessen der Schreiber sich hier bedient ist vielmehr eine Perspektive die er seinen Lesern eröffnet, ja eine Blickrichtung die er gibt. Und so konzentriert sich der Schreiber im ersten Teil von Kapitel 12 zunächst darauf, seine Leser tiefgreifend zu ermutigen indem er ihren Blick auf Jesus Christus richtet. Im zweiten Teil von Kapitel 12 geht der Schreiber des Briefes zu Ermahnungen im Glaubensleben über. Er ermahnt indem er erneut die Blickrichtung auf Jesus Christus lenkt. Nun ist unser Monatsvers in den Teil des Kapitels eingebettet, indem wir von Herzen ermutigt werden auf Jesus zu schauen und den Mut in der Nachfolge nicht zu verlieren. Was bedeutet es auf Jesus Christus zu schauen? Wie kann ich mir das vorstellen? Wie soll ich durch einen Blick auf Jesus Christus ermutigt werden und dadurch eine Perspektive für mein weiteres Leben, respektive die Ewigkeit erhalten? Dieser Frage möchten wir im Laufe der Predigt ausgiebig nachgehen.

Ein Blick auf den Urheber – Vers 2a

Wir lesen zu Beginn von Vers 2 die Ermutigung durch den Schreiber, unseren Blick auf Jesus Christus als den Anfänger und Vollender des Glaubens zu richten. Warum sollen wir das tun? Wie kommt der Schreiber des Briefes auf diese Thematik?

Nun, vom Zusammenhang her werden wir schon in Vers 1 dazu ermutigt unser Leben dem Herrn Jesus voll und ganz zu weihen. Die Sünde, die hier wie eine Last für Kinder Gottes beschrieben wird, soll wie ein schwerer und unnötiger Rucksack abgelegt werden, um anschließend den Kampf im Glaubensleben wieder aufzunehmen und diesen mit Ausdauer fortzuführen.

Leichter gesagt als getan. Denn wenn hier die Blickrichtung nicht stimmt, ist es nahezu unmöglich, diesen Rucksack der Sünde abzulegen, geschweige denn mit Ausdauer im Kampf des Glaubens zu kämpfen und nicht zu ermüden. So werden wir hier vom Schreiber in eine tiefe Wahrheit der Heiligen Schrift hineingeführt. Anstrengung allein reicht nicht aus. Gute Vorsätze, Disziplin und Organisation sind wichtige Instrumente, reichen aber nicht aus, um diesen Kampf mit Ausdauer weiterzukämpfen.

Es geht um etwas gänzlich anderes. Es geht darum, jemanden im Blick zu haben. Anders gesagt, seinen Blick auf jemanden fest fixiert zu haben oder auch jemanden zum Fokus oder Zentrum seines Blickes zu machen. Bedeutet das etwa nun stundenlang ein Kreuz anzuschauen, das irgendwo an der Wand hängt oder unter einem Baum aufgestellt ist? Nein. Mit dem Blick auf Jesus meint der Schreiber zunächst einmal unsere Gedankenwelt, sowie die Einstellung, mit der wir über verschiedene Situationen und Angelegenheiten denken. Anders ausgedrückt, unsere Herangehensweise über viele Dinge nachzudenken oder auch die Perspektive, aus der wir auf viele Situationen in unserem Leben schauen.

Speziell werden wir hier in einem ersten Ansatz dazu ermutigt, unseren Blick auf Jesus als den Anfänger des Glaubens zu richten. Sich die Ermutigung teil werden zu lassen, die hier in Vers 2 enthalten ist, hat damit zu tun, sich mit der Person Jesu intensiv in seinen Gedanken auseinanderzusetzen. Interessant ist, dass Jesus Christus hier als Anfänger des Glaubens bezeichnet wird. Gerne kann man hier für das Wort Anfänger auch Begründer oder Urheber einsetzen. Jesus Christus ist also der Urheber, ja der Begründer des Glaubens, er hat ihn ins Leben gerufen.

Wenn man sich diesen Begriff „Anfänger“ vom griechischen Urtext ansieht, kann dieser auch mit den Worten Pionier, Anführer oder auch Vorreiter übersetzt werden. Genau das ist unser Herr Jesus Christus, er ist unser Vorreiter, Wegbereiter, ja der Pionier des Glaubens schlechthin. Jesus Christus, der Sohn Gottes, geht nicht hin und schwatzt uns in der Bibel irgendetwas auf, was wir doch mal ausprobieren möchten. Nein, den Weg, den er uns ermutigt zu gehen bzw. zu beschreiten, den ist er vorher selber gegangen; als Pionier und als Wegbereiter. Wir sollen ihm auf diesem Weg folgen.

Genau genommen ist es sein Weg, den er uns schon längst vorausgegangen ist und den er in- und auswendig kennt. Auf genau diesem Weg sollen wir ihm nachfolgen.

Interessant ist, dass wir in der Bibel an vielen Stellen lesen, wie Gott etwas beginnt. Zum Beispiel lesen wir von der Schöpfung dieser Welt und speziell der Erschaffung des Menschen direkt im ersten Buch der Bibel. Gott setzt der Menschheit hier einen Anfang. Wenig später lesen wir von der Entstehung des Volkes Israel. Hier setzt Gott seinem auserwählten Volk einen Anfang. Oder wir lesen von der Geburt Jesu Christi. Hier setzt Gott einen bis ins kleinste Detail perfekt ausgearbeiteten Plan um und gibt dem irdischen Dasein Jesu einen Anfang. Eines haben alle diese Beispiele gemeinsam. Wenn Gott einen Anfang setzt in welcher Sache auch immer, wenn er einer Sache Geburt schenkt, dann steht ein perfekter Plan mit einem Ziel und einer Absicht dahinter.

Wie kann ich heute ermutigt sein meinen Blick auf Jesus zu lenken? Wie sieht das praktisch aus? Nun, wie bereits vorhin angemerkt, hat es damit zu tun sich mit der Person Jesu intensiv auseinander zu setzen. Somit sollen wir in einem ersten Punkt ermutigt werden, an Jesus Christus zu glauben, an seinen perfekt ausgearbeiteten Plan über unser Leben, an seine perfekte Regie über unser Leben und an seine souveräne Führung und Leitung. Wir lesen in Psalm 139, 13-16 folgendes:

Denn du hast meine Nieren gebildet; du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl! Mein Gebein war nicht verhüllt vor dir, als ich im Verborgenen gemacht wurde, kunstvoll gewirkt tief unten auf Erden. Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.

Lieber Bruder, liebe Schwester, weißt du das Jesus dich gewollt hat? Das, was du bist, deine Geburt als Mensch, deine gesamte Existenz. Zudem hat er auch deine geistliche Geburt gewollt, deine Bekehrung und Wiedergeburt, insofern du ein Kind Gottes bist.

In einem Lied heißt es: „Du bist kein Produkt des Zufalls, keine Laune der Natur.“ Jesus hat dein Leben gewollt mit allem was du bist. Und weil er deinem Leben einen Anfang gegeben hat, hat er auch einen Plan für dein Leben. Denn immer da, wo Gott selbst oder durch seinen Sohn Jesus Christus etwas beginnt, da hat er einen perfekten Plan. Er hat ein Ziel und es steht eine Absicht dahinter.

Das ist erst der Anfang, wenn wir anhand dieser Bibelstelle über Ermutigung sprechen. Wir gehen nun ein Stück weiter in Vers 2.

Ein Blick auf den Vollender – V. 2b

Der Schreiber des Hebräerbriefes schreitet fort zur nächsten Station der Ermutigung. Hier im nächsten Abschnitt von Vers 2 werden wir dazu ermutigt, auf Jesus als den Vollender des Glaubens zu schauen. Wir werden dazu ermutigt, auf einen Jesus zu schauen, der nicht nur Sachen motiviert in die Hand nimmt, sondern der diese Sachen auch zu einem Ende führt bzw. zu Ende bringt. Das ist Jesus Christus. Wenn er eine Sache beginnt, dann vollendet er sie auch. Er verliert nicht mittendrin die Lust. Er gibt nicht mittendrin auf und wirft nicht einfach vor lauter Frust das Steuer aus der Hand, weil ihm etwas nicht gelingt.

Wir Menschen sind da ganz anders. Wir beginnen manche Dinge, verlieren mittendrin den Mut, die Lust oder die Motivation und werfen sprichwörtlich das Handtuch. Das ist in unserer heutigen Zeit eine Krankheit der Gesellschaft. Bei den kleinsten Anzeichen von Widerstand oder Schwierigkeiten ist man überfordert und wirft das Handtuch.

In dieser Gefahr standen auch die Adressaten des Hebräerbriefes, also diejenigen an die dieser Brief gerichtet war. Sie standen in der Gefahr aufzugeben, den Mut zu verlieren und das Handtuch zu werfen vor dem Hintergrund, der inneren Anfechtungen und äußeren Schwierigkeiten.

Jetzt geht der Schreiber des Briefes hin und versucht seine Leser wieder in die Spur zu bringen, aus der sie scheinbar entgleist waren bzw. in der Gefahr standen zu entgleisen. Lieber Hebräer, ich kann mir durchaus vorstellen wie euch zumute ist und dass euch danach ist einfach aufzugeben und nicht mehr zu kämpfen. Lasst uns doch gemeinsam auf Jesus Christus schauen, der nie aufgegeben hat.

Wie lenkt der Schreiber hier die Blicke seiner Leser auf Jesus Christus? Er bewegt sie dazu, sich in ihrer Gedankenwelt mit der Person Jesu auseinanderzusetzen, zu überlegen, wie Jesus gelebt und gehandelt hat. Dabei fallen einige interessante Dinge auf.

Zum einen: Auch wenn Jesus Christus eine Zeit lang als Mensch auf der Erde war, ist er doch seines Ursprungs her ewiger Natur. Jesus als Gott der Sohn hat keinen Anfang und kein Ende seinem Wesen nach. Dagegen hat alles was er tut, einen Anfang und nimmt auch ein Ende. Alles, was er beginnt, das führt er auch zu einem Abschluss. Das ist sein Wesen, sein Charakter. Keine halben unfertigen Sachen, alles wird be- und vollendet. An diesen Wesenszug Jesu sollten sich die Leser des Hebräerbriefes erinnern und für das eigene Leben neuen Mut fassen.

Was wäre, wenn Jesus im Garten Gethsemane aufgegeben hätte? Oder bei seinem Verhör vor dem hohen Rat bzw. Pilatus das Handtuch geworfen hätte? Weil es einen Anfang im irdischen Leben Jesu gab, gab es konkrete Pläne und Absichten von Gott dem Vater. Es gab ein klares Ziel, nämlich die Errettung der Menschen. Es gab keine halben Sachen bzw. keine angefangenen und nicht zu Ende gebrachten Sachen. Zu welcher praktischen Anwendung mag uns diese Tatsache führen?

Liebe Geschwister, lasst uns keine halben Sachen in unserem Leben machen. Hast du etwa eine Ausbildung begonnen oder ein Studium? Dann wirf nicht das Handtuch bei den ersten Anzeichen von Schwierigkeiten. Hast du in der Gemeinde einen Dienst übernommen, vielleicht sogar Verantwortung über andere Geschwister? Dann gib nicht auf, wenn du das erste Mal Kritik erhältst oder es nicht allen recht machen kannst.

Lasst uns gemeinsam auf Jesus schauen, indem wir uns erinnern, wie er sein Leben gelebt hat. Bei einem Blick auf sein Leben sollen wir keinesfalls unter Druck geraten, indem wir nun meinen, dringend besser werden zu müssen. Das werden wir aus eigener Kraft nicht schaffen.

Stattdessen dürfen wir uns an einer Sache erfreuen. Jesus ist der Herr unseres Lebens. Er hat uns den Anfang gegeben und wird uns auch bis zum Ende durch tragen. Seine Kraft und Gnade, das ist es worauf wir vertrauen sollen. Denn eines verrät uns die Bibel noch über seinen Charakter. Eben weil er Dinge, die er beginnt, auch vollendet, hat er die volle Macht, Autorität und Regie unseres Lebens. Niemand wird sich ihm in den Weg stellen. Er allein bestimmt über unser Leben. Was er mit uns begonnen hat, indem er uns das Leben gab, wird er auch vollenden.

Zum Abschluss dieses zweiten Punktes sollen wir ebenfalls dazu ermutigt werden, uns nicht immer aus allen schwierigen Situationen raus zu beten. Im Gegenteil: Wir sollen vielmehr auf die perfekte und souveräne Führung Jesu vertrauen. Denn indem wir auf den Anfänger und Vollender des Glaubens schauen, werden wir ermutigt Jesus nachzufolgen und unser Glaube wird geformt. Indem wir vollkommen auf seine Führung vertrauen, werden wir brauchbar im Reiche Gottes und wandeln als Diener zu seiner Ehre.

Jakob Schwab

Hast du mich lieb?

Das Feste der Auferstehung liegt hinter uns und das Leben geht bei uns weiter. So war es auch damals, zurzeit Jesu. Jesus hat gelitten, wurde begraben, ist auferstanden. Das von Christus erfüllte Werk der Erlösung ist geschichtlich nachzuweisen und für die Ewigkeit einmalig. Nun ist der Einzelne gefragt es für sich persönlich aufzunehmen und es zu leben.

So wurde es für den Jünger Petrus auch noch mal nach der Auferstehung Jesu ganz persönlich. In der Beziehung zu Jesus musste bei Petrus etwas geklärt werden. Und das geschah auf wunderbarer Weise:

Simon Petrus spricht zu ihnen (zu den anderen Jüngern): Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts.

Johannes 21, 3

Die Worte des Petrus „Ich gehe fischen“ erinnern an sein altes Leben, an die Zeit, bevor er Jesu Ruf folgte und Jesus ihn aufrief seine Netze zu verlassen. Jesus hat ihm einen anderen Auftrag gegeben, und von diesem war Petrus bereit nun abzuweichen. Sie holen den alten Lebensstiel, Beruf, Sorge und Mühe wieder raus. Sie fischen wie früher. Nachts. Die alte Fischerkunst war noch nicht vergessen. Nachts kommen die Fische zur Nahrungssuche an die Oberfläche und da kann man den besten Fang machen.  Doch sie fangen in dieser Nacht nichts.

Vielleicht ist jemand in dieser Zeit, wo wir uns so nicht versammeln können, wieder zu seinem alten Leben und Denkweise zurückgekehrt. In seinem Herzen hat er sich anderen Interessen zugewandt. Vielleicht wunderst du dich, dass deine Netze leer bleiben. Vielleicht hast auch du gesagt: “Ich verstehe das alles nicht, ich gehe fischen!“

Noch vor seinem Leiden sagte Jesus einmal zu seinen Jüngern: Aber nachdem ich auferweckt worden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen. Matth. 26, 32

Als die Engel die Botschaft der Auferstehung Jesu an die Frauen weitergaben, sagten sie: Und geht schnell hin und sagt seinen Jüngern, dass er aus den Toten auferstanden ist. Und siehe, er geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt! Matt .28, 7

Also: Jesus wollte den Jüngern nach Galiläa voran gehen. Die Jünger sollten ihm nachkommen. Doch die Jünger gehen fischen, nach Galiläa und das vor Jesus und auch ohne Jesus.

Die Nachrichten dieser Zeit erschrecken uns oft, trotz der vorhandenen Botschaft der Auferstehung Christi. Wie gerne hätten wir alle unsere Fragen beantwortet, doch wir müssen warten. Es kann sein, dass wir mehr in den Nachrichten der heutigen Zeit fischen als in Christus verankert zu bleiben.

Mehr in den Nachrichten Bescheid zu wissen als in der Bibel, macht unsere Nachfolge in Christus unsicher. Das Ziel vor Augen ist nicht mehr klar. Was unternimmt Jesus um Petrus wiederherzustellen?

Jesus sucht die Begegnung

Jesus geht Petrus und den anderen Jüngern nach. Er kommt zu ihnen nach Galiläa, zum See Tiberias. Er kommt zu ihnen in ihrer Enttäuschung und ihrem Versagen. Er holt sie ab, da wo sie sind. Welch ein wunderbarer Freund, der nie enttäuscht!

Vielleicht hat deine Liebe zu Christus nachgelassen. Vielleicht haben die Sorgen deinen Blick verdunkelt. Vielleicht hast du sogar falsche Quellen angezapft und die Liebe zu Christus ist in dir nicht mehr wie früher.

Christus ist besorgt und ringt um deine Wiederherstellung.

Jesus offenbart sich neu

Es wird in der Begegnung mit Jesus für Petrus ganz persönlich.

Petrus braucht den Augenkontakt mit Jesus. Jesus wartete auf ihn und die anderen Jünger, am Ufer. Am Ufer angekommen waren die Jünger überrascht: es gab eine Feuerstelle mit aufgelegtem Fisch und Brot.

Jesus selbst lädt sie zum Frühstück ein. Er sorgt sich für ihr leibliches Wohl. Sie sollen die Anstrengung und Enttäuschung der Nacht hinter sich lassen. Sie sollen bei Jesus zur Ruhe kommen.

Die Kontaktsperre mit Jesus sollte weggenommen werden. Die Distanz sollte überwunden werden. Das Rede und Gemeinschafsverbot sollte aufgehoben werden. Das Wichtigste musste angesprochen werden. Was hatten Jesus und Petrus zu klären? Was sollte in dieser Situation unbedingt angesprochen werden?

Petrus wurde über die Art seiner Liebe zu Jesus geprüft

Es gibt zu denken, dass Christus Petrus dreimal fragte, ob er ihn lieb habe, was an die dreimalige Verleugnung seines Herrn erinnert. Es ist interessant, wie bei der Fragestellung und dem Antwortgeben unterschiedliche Worte von Jesus und Petrus gebraucht werden.

Das lässt uns hineinschauen, was Jesus im Gespräch mit Petrus besonders wichtig war und was als Ergebnis danach herauskommen sollte. Drei Mal stellt Jesus Petrus eine Frage. Dreimal bekommt Jesus von Petrus eine Antwort.

Jesus fragt: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich (mit göttlicher Liebe= agapao) mehr als diese?

Antwort von Petrus: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich (philio= als Freund) lieb habe!

Jesus fragt: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? (mit göttlicher Liebe=agapao)

Antwort von Petrus: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich (als Freund = philio) lieb habe.

Jesus fragt: Simon, Sohn des Jonas, hast du mich (nur wie ein Freund = philio) lieb?

Antwort von Petrus: Herr, du weißt alle Dinge; du weißt, dass ich dich (als Freund =philio) lieb habe.

Die Freundesliebe von Petrus (philio) kam nicht ran an die Liebe Gottes (agapo). Petrus erkenn, wie unfähig er von sich aus zur göttlichen Liebe (agápe) ohne die Hilfe Gottes ist.

Und noch etwas Wichtiges bekennt er: du bist der Allwissende, du weißt alle Dinge, du bist Gott, Du allein kannst mir die Liebe Gottes (agape) geben. Du allein kannst den Mangel meiner Liebe ausfüllen.

Diese Erkenntnis, dass Jesus Gott ist, dass Jesus den Mangel der göttlichen Liebe (agapo) ausfüllen kann macht Petrus feigt Gottes Aufgabe zu tun. Jesus sagt zu ihm: „Weide meine Schafe“

In Röm.5,5b schreibt Paulus: „denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“

Wie dankbar können wir sein, dass wir in der Zeit der Gemeinde leben. Alle Wiedergeborene haben den Heiligen Geist von Gott empfangen und mit IHM auch die Fähigkeit nicht nur eine Freundesliebe (philio) Gott gegenüber zu haben, sondern auch die göttliche Liebe (agápe) in uns aufzunehmen. Die Freundesliebe kann schnell aufgekündigt werden. Die göttliche Liebe trägt durch.

Mit Gott, durch Jesus Frieden und Vergebung zu haben, ihn als Freund zu habe ist schon was ganz Kostbares. Gottes Liebe (agape) in uns zu haben und göttlicher Natur teilhaftig zu werden ist mehr.

Wie froh war doch Petrus in 1 Petr.1,8 nachher zu schreiben: „Ihn liebt ihr(agápe), obgleich ihr ihn nicht gesehen habt;“

  • Wir bitten um Wachstum in der Liebe Christi.

Eine sehr wichtige Bitte.
Eine Zeitlose Bitte.
Eine von den Umständen unabhängige Bitte.
Eine Bitte, dessen Erfüllung uns Christus ähnlicher machen wird.

Ich mach dir Mut, dieses zu deinem Gebet zu machen.

Andacht zum 17. April 2020

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.

Matthäus 26,41

Das Bilderbuch zum neuen Testament. So wird oft das Alte Testament genannt, weil es zu den eigentlich abstrakten Begriffen der Lehren des Neuen Testaments Geschichten und Beschreibungen liefert, durch die sie uns erklärt und verdeutlicht werden.

Solche Begriffe sind Gehorsam, Geduld, Wachsamkeit, Treue, Hingabe, Liebe, Barmherzigkeit und noch viele mehr, dazu auch jeweils deren Gegenteil, also: Ungehorsam, Ungeduld usw.

Wenn wir z. B. wissen wollen, was Gehorsam bedeuten kann, so lesen wir in 1. Mose 22, dass Abraham seinen einzigen Sohn opfern sollte. Am Ende brauchte er es nicht zu tun; aber erst, als er zu diesem Opfer bereit war.

Und wenn man wissen möchte, was Gott unter Geduld versteht, so hat er uns das im Buch Hiob beschrieben. Genauso sehen wir, was Wachsamkeit ist, wenn Abraham in der Hitze des Tages am Eingang seines Zeltes Wache hält oder wenn David seine Herde vor Raubzeug bewacht. Unzählig sind die Beispiele für treue und untreue Menschen, wenn wir nur an Mose und Uria, aber auch an Absalom und Gehasi denken.

Es ist derselbe Geist, der in den Schreibern des Alten und des Neuen Testaments wirksam war, so dass alle zusammen ein Buch wie aus einem Guss geschrieben haben.

Gott zeigt uns im Alten Testament die gleichen moralischen Grundsätze wie im Neuen. Er bleibt sich immer treu und wir tun gut daran, ihn und seinen Willen auch im Alten Testament kennen zu lernen. Dabei werden wir immer wieder auf Bilder und Vergleiche stoßen, die die Fähigkeiten und die Tugenden der Menschen weit übersteigen. Dann redet Gott nämlich von seinem Sohn, dem einzig Vollkommenen.

Christen wissen durch Gottes Wort, die Bibel, dass ihr menschliches Vermögen begrenzt ist und dass sie insbesondere in Krisen die Hilfe Gottes benötigen. Unser Tagesvers gibt eine Aufforderung Jesu wieder, die unsere Situation treffend beschreibt:

Wir wollen gerne das Beste erreichen, werden dabei aber mit unserem Unvermögen konfrontiert. Wachsamkeit dazu gehört Gehorsam, Geduld und das Gebet und Kraft »von oben«, um der Erprobung standzuhalten, werden dieser Situation aus christlicher Sicht am ehesten gerecht.

Wenn man also bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit herausgefordert wird, wie es in der Coronakrise offenbar viele an ihre Grenzen stoßen, sollte man vielleicht einmal diese Möglichkeit des Gebets erwägen – anstatt vorschnell irgendwelchen falschen Informationen zu glauben bzw. sie weiterleitet.

Wir wünschen euch einen gesegneten Tag

Räumlich getrennt im Geiste verbunden.

Eure Pastoren

„Seht, welch ein Mensch!“

Mir wurde einmal eine Frage gestellt:

  • Warum hatte Jesus im Garten Gethsemane gebeten: dass wenn es der Wille des Vaters ist, dass er den Kelch nicht trinke, so möge doch der Kelch an ihm vorübergehen.
  • Hatte Jesus Angst?
  • Er war doch auf die Erde gekommen um zu sterben.

Beim Nachdenken über diese Frage wurde mir nochmal ganz bewusst: Jesus war ganz Mensch. Jesus war ein Mensch, wie wir, mit Fleisch und Blut. Wegen der menschlichen Angst und dem Flehen schreibt der Hebräerbrief

Dieser hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und ist auch erhört worden um seiner Gottesfurcht willen.

Hebräer. 5, 7

In Philipper 2, 7. steht „er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen“

Gott wurde Mensch: Jesus war Gott und Mensch. Er hat die Göttlichkeit nicht abgegeben, sondern nur eine Zeit lang die äußere Gestalt Gottes abgelegt.

Er wurde geboren auf dieser Erde als Mensch. Er lebte auf dieser Erde unter Menschen. Er hatte Bedürfnisse, wie alle Menschen. Er hat sogar den menschlichen Tod, wie alle anderen Menschen, geschmeckt. Dabei starb er nicht für seine eigene Sünden, sondern für die Sünden der Menschheit.

Einmal gab es eine Begegnung, wo derjenige sich wundern musste, was für ein Mensch Jesus sei.

Das steht in Johannes 19,5:

Nun kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und den Purpurmantel. Und er spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!“

Pilatus wohnte in Cäsarea. Das Passahfest stand vor der Tür. Jerusalem war überfüllt, und es konnte jederzeit zu Unruhen kommen. Pilatus kam in dieser Zeit mit Soldaten nach Jerusalem, um für Ordnung zu sorgen. Bei solcher Menschenansammlung konnte es sehr leicht zur Unruhe kommen. In der Zeit seines Offenthals in Jerusalem wohnte Pilatus im Prätorium, dem alten Palast, der von Herodes dem Großen erbaut war.

Und tatsächlich: es kam bei der Vorbereitung zum Passah zum Aufruhr und eine große Menge führte einen Gefangenen zum Prätorium. Pilatus musste sich also die Sache anhören, sich selber für etwas entscheiden und das Urteil sprächen.

Als Statthalter lag die endgültige Entscheidung allein bei ihm. Er war niemandem verantwortlich, es sei denn, der Angeklagte legte Berufung vor dem Kaiser in Rom ein.

Dennoch stellte er sorgfältige Nachforschungen an. Die Anklage der Priester lautete, Jesus habe den Anspruch erhoben, ein König zu sein; das aber war gleichbedeutend mit Verrat am Kaiser, und somit Hochverrat.

Aber Pilatus durchschaute die Sache schnell: hier war List, Hass und Neid im Spiel. Aus römischer Sicht hatte Pilatus also keinen Grund Jesus zu verurteilen. Doch die Juden drangen auf ihn ein.

Und da kam noch etwas:

„Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten!

Matt. 27, 19

Jetzt musste er sich aber selber entscheiden:

Da kam Jesus heraus

Auf einen Wink von Pilatus führten die Soldaten Jesus heraus.

Nicht mehr mit Begeisterung schauen sie auf Jesus. Er ist jetzt nicht der Wundertäter, sondern der Angeklagte. Er, der die Welt schuf, der der Ursprung der Schöpfung ist wird von seiner Schöpfung angesehen, angeklagt und verurteilt.

Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.

Jes. 53, 2-3

Und trug die Dornenkrone und den Purpurmantel.

Eine Spotfigur tritt auf die Bühne. Die Dornenkrone auf dem Haupt. Der Purpurmantel hängt auf seinen Schultern und bedeckt den geschundenen Leib und die Wunden. Jesu Körper war geschwollen, verunstaltet und blutüberströmt.

Pilatus führte Jesus als eine geschlagene und mitleiderregende Gestalt vor, in der Hoffnung, dass die Leute Jesus freigelassen sehen wollten.

Seht, welch ein Mensch! rief er aus. Pilatus präsentiert Jesus auf theatralische Weise nach seiner Folterung durch die Soldaten.

Das ist doch kein König, den Rom fürchten müsste? So sieht der Menschen Sohn aus, wenn er in Hände der Menschen kommt. So hat es Jesus selber vorausgesagt.

Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert werden“

Matt. 17,22

Seht, der Mensch!

Liebe Gemeinde – welch eine seltsame Botschaft kommt da über die Lippen des mächtigen römischen Prokurators?

Auspeitschen war eine unbarmherzige, grausame römische Strafe, die oft zum Tode führte. Der Körper des Bestraften wurde in Stücke zerrissen.

Es gab schon mal einen Menschen, der auf Jesus hinwies ,dabei aber was ganz anderes sagte:

Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinweg nimmt“

Joh. 1,29

Dieser Mensch, Jesus, war also das Lamm Gottes und er trug jetzt – stehend vor Pilatus und nachher am Kreuz – die Sünden der Menschen. Das ist also der vollkommene Mensch, das Lamm Gottes.

Paulus beschreibt es so:

Der erste Mensch (Adam) ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch (Jesus) ist der Herr aus dem Himmel.

1. Kor. 15, 47

Der vollkommene Mensch, der ohne Sünde war. Er kam vom Himmel. Er ging in den Himmel. Nur durch ihn kommt man in den Himmel.

Was hat Pilatus zum Staunen über Jesus gebracht?

„Siehe, der Mensch.“ sagte er

Es ist schwer festzustellen, ob er das im Spott, in Sympathie oder ohne jede Gefühlsregung sagte.

Seht her, was für ein armseliger Mensch, was für eine Jammer­gestalt! Und der soll ein König sein? Und der soll gefährlich sein? Hilflos ist er, am Boden zerstört, am Ende seiner Kraft!

Seht, welch ein Mensch!

Pilatus hat Jesu nicht verstanden. Weil er der Wahrheit nicht glaubte. Jesus ist die Wahrheit.

Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zer­schlagen; die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Jesaja 53,5
  • Was bringt dich bei Jesus zum Staunen?
  • Hast du Jesus verstanden?
  • Wenn ja, wofür würdest du danken, wenn du an Jesus denkst.
  • Kannst du für das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi danken?

„Seht, welch ein Mensch!“