Armut

Dies ist ein Beitrag von Benjamin Sudermann, den wir als Gemeinde bei seinem freiwilligen Jahr in Malawi unterstützt haben.

Bestimmt haben sich viele Besucher dieser Blogseite noch keine wirklichen Gedanken über Armut gemacht. In unserem reichen Deutschland leidet auch wirklich niemand an Armut. Jedem wird geholfen, im äußersten Fall besorgt man sich Nahrung und Geld über den Sozialstaat. Es ist wirklich ein großes Privileg in Deutschland aufgewachsen zu sein. Kindergeld und was es sonst noch alles gibt, gibt uns eine gewisse Basis für unseren Unterhalt. Jeder wird durchgetragen sei er noch so Faul. Ganz anders sieht es hier in Malawi aus. Hier gibt es absolut keine staatlichen Gelder, niemand der dir bei Not eine Finanzspritze anbietet. Jeder schaut selbst dass er über die Runden kommt. Malawi lebt zum größten Teils aus eigenem Anbau was Nahrung angeht. Man lebt praktisch fast komplett von eigenem Gartenanbau. Die meisten Menschen bauen im eigenen Garten Mais an. Meist reicht es für etwa 3/4 Jahr. Wobei man sagen muss dass es natürlich sehr stark von der Natur abhängig ist. Je nachdem wie es in der Regenzeit regnet oder eben nicht. Es gibt Jahre wo die Regenzeit sehr schlecht war dann fällt natürlich auch die Ernte schlechter aus. Dieses Jahr ist leider wieder so ein Jahr wo ganz viele Malawier an Hunger leiden. Ganz viele Menschen betteln auf der Straße. Es muss aber nicht einmal auf der Straße die Kinder sein. Es ist leider auch so dass Kinder unserer Projekte an Wochenenden zuhause leider kaum was oder garnichts zu essen bekommen. Wobei wir alle Kinder mit Essen versorgen. Leider leben sie aber teils bei Oma oder Verwandten die ihr Essen dann entweder teilen oder für Alkohol und ähnliches verkaufen. Ja leider ist es manchmal doch so dass man das Gefühl hat auf der Stelle zu treten. Bei einigen Kindern wünscht man sich doch dass man mehr tun könnte. Leider sind uns aber da die Hände gebunden. Wir können leider noch lange nicht alle unsere Kinder auf unserem Gelände leben lassen, dafür besitzen wir nicht die finanziellen Mittel. Vielleicht wird dies eines Tages möglich sein, was ich mir für einige Kinder herzlichst wünsche. Ansonsten ist die Armut in einem der ärmsten Ländern nicht zu übersehen. Gute Häuser sind hier Mangelware. Es gibt kaum Männer die wirklich für die Kosten der Familie aufkommen können. Kinder werden oft schon von klein auf zur Arbeit verdonnert weil die Familie, wenn man es so nennen kann, nicht über die Runden kommt. Großteil der Malawier lebt von unter einem Euro pro Tag. Haben wir uns schonmal Gedanken gemacht was wir in Deutschland für einen Euro kaufen können. Mir fällt nicht wirklich viel ein. Ein Malawier mit Auto muss schon wirklich sehr wohlhabend sein um sich ein Auto kaufen zu können. Die Kids sind immer verwundert wenn sie wissen, dass ich in Deutschland ein eigenes Auto besitze. Ja eins der reichsten Länder trifft auf eins der ärmsten Länder. Vom Materiellen ist Malawi wirklich sehr arm. Aber macht das Materielle wirklich glücklich? Bin ich nur glücklich wenn ich viel besitze? Ganz klar nicht!! Die Malawier sind sehr glückliche Menschen obwohl sie nicht viel besitzen. Die Kids spielen ohne Spielzeuge im Dreck und sehen dabei so glücklich aus. Jedes dieser Kinder freut sich wenn du es nur an der Hand nimmst und anlächelst. Freude pur und das jeden Tag! Trotz dieser sehr großen Armut hat man den Eindruck, dass die Menschen glücklicher sind als im reichsten Land der Welt. Wie viele Spielzeuge besitzen die Kids in Deutschland? Wird nicht bei jedem Einkauf etwas neues an Spielzeug hinzugefügt? Nicht falsch verstehen, ich möchte keinen ankreiden, meine Kindheit verlief auch nicht ganz anders, aber dennoch möchte ich damit einfach zum nachdenken anregen.

Mein Fazit zum Schluß: Es ist nicht nötig viel zu besitzen um Glücklich zu sein.

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