Baby Treatment

Dies ist ein Beitrag von Benjamin Sudermann, den wir als Gemeinde bei seinem freiwilligen Jahr in Malawi unterstützt haben.

Meine Aufgaben hier in Malawi sind wirklich sehr vielseitig und abwechslungsreich. Manchmal findet man mich mit einheimischen Mitarbeitern auf dem Feld, meist aber im Erste Hilfe Raum (Treatment).

Wir von Malo a mcherezon bieten aber auch 2 mal die Woche Baby Treatment an. Dabei kommen meist Tante/Onkel mit einem Baby von dem die Eltern verstorben sind und das Baby also nicht weiter mit Muttermilch oder anderer Nahrung versorgt werden kann. Wir schauen uns meist das Baby an und besuchen die Familie meist in den folgenden Wochen um zu prüfen wie die Verhältnisse zuhause sind. Die Vergangenheit hat uns gezeigt dass wir dabei vorsichtig sein müssen, da hier schon einige versucht haben uns zu betrügen damit wir das Kind mit Nahrung versorgen. Manchmal ist es aber auch für uns eine schwere Entscheidung weil die meisten familiären Verhältnisse schlecht sind, wir aber nur wirklich das schlechteste vom schlechten aufnehmen können. Sobald wir uns alles angeschaut haben und entschieden haben ob wir es nun aufnehmen oder nicht kommt das Kind ab dann entweder garnicht mehr zu uns oder darf 1 mal im Monat kommen um von uns gesundheitlich untersucht zu werden und für 1 Monat Nahrung zu bekommen. Die Verwandten sind meist sehr erleichtert wenn wir uns um dieses Kind sorgen. Es lebt weiter bei Verwandten aber das größte Problem(Nahrung) übernehmen wir. Es ist immer wieder erstaunlich welche Geschichten man zu hören bekommt. Da ich durch meinen Job auch in Deutschland viel erlebt und gesehen habe, dachte ich das mich kaum was schockieren kann aber dennoch schaffen es die Menschen hier manchmal. Eines Tages untersuchte ich ein Kind und erfragte dabei die Lebensgeschichte des Kindes, Mutter usw dabei sagte mir die Tante dass die Mutter 14 Jahre war und nach der Geburt sofort verstorben ist.

Solche oder ähnliche Geschichten sind hier nicht die Seltenheit. Es stimmt mich ein wenig traurig wenn ich mich besinne und erkenne in welch einer Welt diese Menschen hier leben. Aber dennoch kann ich durch Gottes Kraft diesen Menschen helfen und ihnen wenn auch nur für einen kurzen Moment eine Art der Wertschätzung schenken. Ja, manche dieser Menschen kämpfen jeden Tag ums Überleben. Wir können einen Teil dazu beitragen dass es diesen Menschen besser geht. Es stimmt mich froh diese Kinder gesund wachsen zu sehen.

Ich erlebe hier immer wieder Situationen wo ich ins Grübeln komme, dabei ist mir eins ganz klar geworden. Als Überschrift auf meiner Blogseite heißt es “Mein Jahr in Malawi”. Als ich so nachdachte wurde mir bewusst dass es eigentlich “Gottes Jahr für mich in Malawi” heißen müsste.

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